Home Geschichte des Rauchens
Kurzer Abriss zur Geschichte des Rauchens

 

 

Es war Christoph Kolumbus 1492 ganz sicher nicht bewusst, welches Geschenk er erhielt, als ihm von den Eingeborenen zum Zeichen der Freundschaft und des Friedens getrocknete Blätter des Tabaks gereicht wurden.

Er warf dieses Geschenk achtlos weg.

Wie wir heute wissen, erkannten die Seefahrer dennoch schnell, welch "kostbares Gut" ihnen da präsentiert wurde.

Die ersten Dokumentationen zum Tabakkonsum der Eingeborenen finden sich im Bordbuch von Kolumbus:

Auszug aus dem Bordbuch vom 6.11.1492 :

"Ferner erzählten die beiden Spanier, unterwegs ganzen Eingeborenenhaufen begegnet zu sein, die zu ihren Siedlungen zurückkehrten und einen Feuerbrand und bestimmte Kräuter in Händen hielten, um sich ihren Gebräuchen gemäß zu beräuchern...

Auf Guanahani, dem heutigen San Salvador, Bahamas, beobachtete er die Eingeborenen beim Rauchen von zylindrischen Tabakrollen, die mit einem Maisblatt eingewickelt waren. „Tzibatl“ bezeichnet in einer Indianersprache des karibischen Raumes somit auch eine Röhre, mit der man Tabak einzog. Das spanische „tabacos“ meint somit am Anfang auch nicht die Tabakblätter selbst, sondern die Rauchinstrumente der Indianer.

Trotzdem schien es den Seefahrern wohl so unglaublich, dass Menschen Rauch inhalierten, dass erst 5 Jahre später 1497 Berichte über die Tabakpflanze in Europa auftauchten.

Siedler, die aus der Neuen Welt zurückkehrten, machten das Rauchen in Europa populär.

Zunächst wurde in Europa Tabak vor allem geschnupft oder gekaut.
Der französische Gesandte  in Lissabon Jean Nicot  riet seiner Regentin Katharina von Medici 1560 Tabakpflanzen in Frankreich anzubauen, wodurch sich die Pflanze rasch in Europa ausbreitete. Auf ihn geht auch, ausgehend von der französichen Form „nicotiane“ der lateinische Bezeichnung der Pflanze und der Name des wichtigsten Inhaltsstoffes, des Alkaloids Nicotin, zurück.

Carl von Linne, ein schwedischer Naturwissenschaftler übernimmt diesen Namen der Pflanze1753.

In England zog man auf Anregung von Sir Walter Raleigh, einem englischer Seefahrer, Entdecker und Schrifsteller , das Rauchen der getrockneten Blätter vor. Erst seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts lässt sich das Tabakrauchen auch in Deutschland belegen.

Je nach Verwendungszweck werden die Tabakblätter getrocknet, bzw. „fermentiert“. Zigarrentabak wird an der Luft getrocknet, Zigarettentabak langsam im Feuchten und Kautabak über dem Feuer. Beim Trocknen entsteht dann ein besonderes, gewünschtes Aroma.

Die Tabakwirkung wird im wesentlichen von der Substanz Nikotin bestimmt. Mittlerweile hat man daneben aber 2549 einzelne Inhaltstoffe (Siehe Stern-Artikel) nachweisen können. Tabak hat – wie wohl allgemein bekannt – in kleinen Dosen eine anregend, stimulierende Wirkung. In höheren Dosen kommt es leicht zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel. Im Extremfall kommt es bei Überdosierungen zu Delirien und Halluzinationen, aber auch zum Tod durch Atemlähmung.

Zunächst wurde nur Pfeife geraucht. Das Tabakschnupfen erlebte zu Beginn des 18. Jahrhunderts insbesondere in den sozialen Oberschichten seine Hochkultur.

Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunächst die Zigarre und 5 Jahre später die Zigarette auf dem Markt kamen, bot sich plötzlich die Möglichkeit, innnerhalb kürzester Zeit eine relativ gut verträgliche Dosis Nikotin bzw. Tabak aufzunehmen.

Schnell verbreitet sich das Rauchen in den westlichen Industriestaaten. In der 2. Hälfte des 20 Jahrhunderts war die Zigarette eine alltägliche Begleiterin.

Erst als der Terry-Report (erschienen 1964 in Washington, US Dept. Health,Educ.,Welfare, Publ. 1103) den ersten toxikologischen und somit wissenschaftlich sicheren Beweis für die gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchen lieferte, wandelte sich die Einstellung zum Rauchen in den westlichen Industrieländern.

Aufklärungskampagnen, gesetzliche Regelungen, Warnungen und Medienberichte bewirkten einen deutlichen Rückgang der Raucherquote. Nichtraucher, denen die Gefahr des Passivrauchens bewusst war und wurde, traten für eine rauchfreie Umgebung ein. An vielen Orten ist inzwischen Das Rauchen untersagt bzw. besteht ein Rauchverbot.

Das Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens regelt den Nichtraucherschutz auch in Deutschland.

 

 

 
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